Wer Sie anruft, kann nicht beurteilen, ob Sie gut sind
Für eine Waschmaschine gibt es einen Test. Für den, der jemanden aus der Untersuchungshaft holt, nicht.
Es existiert in Deutschland kein Portal, das Strafverteidiger nach objektiven Kriterien vergleicht. Keine Note, keine Tabelle, kein Ranking, das mehr wäre als eine bezahlte Platzierung. Ein Beschuldigter sucht sich also eine Leistung aus, deren Qualität er weder vorher noch hinterher sicher bewerten kann.
Weil er die Sache nicht prüfen kann, prüft er den Menschen. Das ist keine Oberflächlichkeit. Er sucht jemanden, dem er die ganze Wahrheit erzählen kann, auch den Teil, der ihn schlecht aussehen lässt. So jemanden wählt niemand nach Tabelle.
Die Frage ist also nicht, wie Sie beweisen, dass Sie besser sind. Nachprüfen kann er es sowieso nicht. Die Frage ist, ob er Sie kennt, bevor er Sie braucht.
Was in diesen 48 Stunden wirklich passiert
Die vier Phasen laufen bei fast jedem Verfahren gleich ab, egal ob Durchsuchung, Vorladung oder Strafbefehl. Was sich ändert, ist das Tempo. Bei einer Festnahme schrumpfen 48 Stunden auf vier.
Der Schock
- Was passiert
- Die Polizei war da, der Brief ist offen, oder ein Angehöriger ruft an und sagt, er sitzt fest.
- Was er tut
- Er sucht am Handy, im Stehen, meistens allein. Er will noch keinen Anwalt, er will verstehen, was gerade mit ihm geschieht.
- Was ihn erreicht
- Kurze Videos, die genau seine Situation benennen. Nicht Beratung, sondern Einordnung. Wer hier vorkommt, ist später der erste Name, an den er sich erinnert.
Die stille Suche
- Was passiert
- Der erste Schreck lässt nach, die Angst vor den Folgen kommt. Arbeitsplatz, Führerschein, Aufenthaltstitel, Familie.
- Was er tut
- Er liest sich fest. Foren, Ratgeberseiten, Videos. Er fragt niemanden aus dem eigenen Umfeld, weil er sich schämt.
- Was ihn erreicht
- Inhalte, die den Ablauf erklären, statt Angst zu machen. Wer hier beruhigt, ohne zu verharmlosen, gewinnt das Vertrauen.
Der Vergleich
- Was passiert
- Jetzt erst sucht er einen Verteidiger. Und stellt fest, dass alle Kanzleiseiten dasselbe sagen.
- Was er tut
- Er öffnet drei bis fünf Seiten, überfliegt sie und sucht nach einem Unterschied. Findet er keinen, entscheidet die Nähe oder der Preis.
- Was ihn erreicht
- Alles, was einen Menschen zeigt statt einer Leistungsliste. Hier fällt die Entscheidung, und hier ist der Abstand zwischen Kanzleien am größten.
Die Entscheidung
- Was passiert
- Er ruft an oder schreibt. Oft abends, oft außerhalb der Bürozeiten.
- Was er tut
- Er prüft im Gespräch nur noch, ob der Eindruck stimmt, den er schon hatte. Fachlich kann er Sie nicht bewerten.
- Was ihn erreicht
- Nichts Neues mehr. Wer bis hierhin nicht vorkam, kommt nicht mehr vor. Deshalb entscheidet sich das Mandat in Phase 1 bis 3, nicht im Erstgespräch.
Was er eintippt, und was Sie schreiben
Ein Beschuldigter sucht nicht mit dem Begriff, unter dem Sie die Sache abgelegt haben. Er sucht mit dem, was ihm gerade passiert ist.
Die linke Spalte gehört in Ihre Video-Titel und in die erste Zeile Ihrer Beschreibung. Die rechte gehört in den Text, den Sie für Kollegen schreiben. Beides hat seinen Platz, nur nicht denselben.
Zwei Videos derselben Anwältin, und nur eines bringt Mandate
Reichweite und Mandate sind nicht dasselbe, und im Strafrecht gehen sie besonders weit auseinander. Beide Videos stammen aus einem Konto, das ich aufgebaut habe. Sie können sie hier direkt ansehen.
Die Videos werden erst geladen, wenn Sie auf den Knopf drücken. Vorher geht keine Anfrage an Instagram und es werden keine Daten von Ihnen übertragen.
Der Unterschied ist nicht die Qualität des Videos. Der Unterschied ist, ob der Zuschauer gerade selbst betroffen ist.
Die erste Zahl steht in jeder Agentur-Präsentation. Die zweite zahlt die Miete.
Beide Sorten haben ihren Platz. Große Themen bringen Zulauf, damit die ruhigen Themen überhaupt jemand sieht. Wer aber nur das Erste macht, hat ein bekanntes Konto und einen leeren Kalender.
Die 12 Themen, und welche Ihnen fehlen
Haken Sie an, was Sie öffentlich schon erklärt haben. Nicht, was Sie könnten, sondern was jemand heute finden würde.
Haken Sie oben an, was Sie schon haben
Die Auswertung zeigt Ihnen, welche Phase bei Ihnen leer ist. Eine leere Phase heißt nicht, dass Sie schlecht arbeiten. Sie heißt, dass Sie in diesem Moment für den Beschuldigten nicht existieren.
Drei Schritte, die nichts kosten
- Nehmen Sie die Phase, die im Test leer geblieben ist.Nicht die, in der Sie sich am sichersten fühlen. Die leere ist die, in der Ihre Mandanten gerade jemand anderen finden.
- Schreiben Sie die drei Fragen auf, die Sie diese Woche am Telefon beantwortet haben.Wörtlich, in der Sprache, in der sie gestellt wurden. Das sind Ihre nächsten drei Themen, und Sie kennen die Antworten längst.
- Nehmen Sie eine davon mit dem Handy auf, in einem Zug, ohne Skript.60 bis 90 Sekunden. Es muss nicht gut aussehen. Es muss von Ihnen sein.
Wenn Sie danach merken, dass Ihnen nicht das Wissen fehlt, sondern der Freitagabend, an dem geschnitten wird, dann ist das die richtige Erkenntnis. Genau daran scheitert es bei fast allen.
Den Leitfaden als PDF mitnehmen
Zum Ausdrucken oder fürs Handy. Sinnvoll, wenn Sie die 12 Themen beim nächsten Aufnahmetermin danebenlegen wollen.
Unterwegs zu Ihnen
Der Leitfaden liegt gleich in Ihrem Postfach. Er kommt von kontakt@pavonis-media.de, falls Sie ihn suchen müssen.
Wenn Sie zu einem der 12 Themen eine Frage haben, antworten Sie einfach auf die Mail. Die landet direkt bei mir.
Wenn Sie wissen wollen, welche Themen bei Ihnen tragen
Zwanzig Minuten, keine Präsentation. Sie erzählen mir, woher Ihre Mandate heute kommen, und ich sage Ihnen ehrlich, ob ich für Ihr Rechtsgebiet einen Ansatz sehe. Wenn nicht, sage ich Ihnen das genauso. Ich nehme nicht jede Kanzlei.
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